Liebe Interessentinnen, liebe Interessenten

An dieser Stelle veröffentlichen wir von Zeit zu Zeit Interviews mit echten ehemaligen Patientinnen und Patienten aus unseren Fachkliniken. Die Fotos wurden von den Interviewten selbst gemacht und mit deren Genehmigung veröffentlicht. Mit dieser Serie möchten wir Ihnen einen möglichst authentischen Eindruck von den Vorsorge- und Reha-Maßnahmen in den jeweiligen Klinikstandorten vermitteln. 

Wenden Sie sich bei Fragen zu unserem Angebot gerne an die kostenlose Beratungsnummer 0800 2 23 23 73 (Mo – Fr von 8–19 Uhr) oder per E-Mail an info(at)kur.org

 

Eine Mutter-Kind-Kur in der Rehaklinik Selenter See

Mein Name ist Christiane, ich bin 47 Jahre, Schulleiterin, habe 4 Kinder (z.T. schon erwachsen) und komme aus Nordrhein-Westfalen.

Ich habe die Kur mit meinem 10-jährigen Sohn Jonathan als Vorsorgemaßnahme gemacht. Als alleinerziehende Mutter mit verantwortungsvollem und zeitintensivem Beruf (und Hund :-)), bin ich im Alltag sehr gefordert. Nach Schicksalsschlägen (Trennung, Trauer) hatte ich bereits andere Rehakliniken kennen- und den Wert einer Kurmaßnahme schätzen gelernt.

Jonathan und ich waren im August 2018 für 3 Wochen in der Rehaklinik Selenter See. In dieser Zeit durften wir auch Besuch empfangen. (per Zuzahlung mit Übernachtung auf dem Zimmer)

 

Wie haben Sie von der Rehaklinik Selenter See erfahren? Waren die Informationen vorab für Sie ausreichend? Welche weitere Unterstützung hätten Sie sich ggf. noch gewünscht?

Auf die Rehaklinik Selenter See bin ich durch meine Recherche im Internet gestoßen. Ehrlicherweise kam ich dorthin, weil am Meer für meinen Wunschzeitraum (Ferien) kein Platz mehr war. (Manchmal sind Zufälle eben eine glückliche Fügung :-)). Denn der Selenter See ist ein Kleinod. Die Klinik ist toll gelegen. Per Fußmarsch oder mit dem Fahrrad gelangt man durch ein kleines Waldstück an eine sehr ruhige und idyllische Badestelle. Wir sind dort beispielsweise jeden Abend noch einmal im kühlen See schwimmen gegangen und haben die tolle Sicht auf Wasser und Himmel genossen. In anwendungsfreien Zeiten haben wir uns dort entspannt.

„Alle Infos waren ausreichend und gut. Im Vorfeld gab es schriftlich und auch auf Nachfrage telefonisch sehr freundlich Auskunft über die organisatorischen Abläufe. Selbst detaillierte Fragen zur Kinderbetreuung wurden beantwortet. Das tat gut.“

Zu Beginn der Kur gab es einen ausführlichen Einführungstermin zu den Abläufen vor Ort.

Und dann durfte man erst einmal ankommen. Keine Termine. Keine Therapien, keine Anwendungen. Für einige Mütter und Väter war es schwer auszuhalten, zu Ruhe „verdonnert“ zu sein… aber das war schon Teil des Konzeptes zur Entschleunigung der terminlichen Taktung. Die Uhren ticken in der Kur eben anders.

 

Hat sich Ihr Gesundheitszustand verbessert? Wie der Aufenthalt Ihnen und Ihrer Familie geholfen?

„Das Auftanken hat funktioniert. Ausgewogene Ernährung, Sport, gemeinsame Aktionen mit den Kindern, Entspannung und Gespräche… so stellte sich nach kurzer Zeit ein hoher Erholungswert ein.“

Durch die u.g. Effekte (Blickwinkel ändern etc.) konnte ich auch im Alltag mit manchen Herausforderungen besser umgehen. Außerdem ist es mir seitdem noch nicht wieder passiert, mich selbst aus dem Blick zu verlieren. Ich gehe nun fürsorglicher mit mir selbst um (im Nebeneffekt hilft das auch allen Menschen, die mit mir zu tun haben).

 

Was haben Sie mitgenommen für Ihren Alltag? Was hat Ihnen im Nachhinein betrachtet am meisten geholfen?

Mein persönliches Ziel war es, wieder zu Kräften zu kommen. Eine Mutter-Kind-Kur ist dazu optimal: Man hat seine Lieben (oder zumindest einen Teil) um sich (und die geben einem ja auch Kraft), braucht sich aber nicht um die Versorgung und die Alltagsorganisation kümmern. All das kann man quasi einmal ausschalten: kochen, putzen, organisieren…Und man kann sich um das kümmern, was im Alltag häufig zu kurz kommt: die eigenen Befindlichkeiten, die eigene körperliche wie seelische Gesundheit.

In geschütztem Raum konnte ich die Möglichkeit nutzen, von außen auf mein Leben zu schauen, zu reflektieren, innezuhalten. (Quasi mal die Perspektive wechseln: von Froschperspektive zu Vogelperspektive). Die Therapeuten waren dabei eine große Hilfe, denn sie bieten nicht nur die Möglichkeit zum Gespräch, sondern setzen auch gezielte Impulse.

Am wichtigsten war für mich dabei, dass sich dies nicht darauf beschränkte, Strategien für den (ja wiederkehrenden) Alltag zu vermitteln (denn das Umsetzen von Strategien fällt im Alltag nicht unbedingt leicht), sondern dass es viel mehr darum ging, mein Wissen um die körperlichen und seelischen Zusammenhänge zu vertiefen und dass mein Blickwinkel dadurch erweitert wurde. Ich habe so Dinge begriffen, die ich vorab nicht imstande war zu sehen. Die einmal gewonnen Erkenntnisse muss ich im Alltag nicht „strategisch umsetzen“, sondern ich habe nun einen Blick dafür. Wie schön. Das hat einen unmittelbaren Positiv-Effekt.

 

Was hat Ihnen besonders in und um die Rehaklinik Selenter See gefallen? Haben Sie vielleicht sogar einen Geheimtipp für neue Patientinnen oder Patienten?

Das Haus ist sauber, hell, die Räume freundlich. Die Lage ist ein besonderer Pluspunkt.

Die nahegelegene Badestelle ist ein Kleinod. Ein Geheimtipp ist das dort gelegene und toll eingerichtete Café „Bootshaus“, dessen Betreiberinnen ihre Gäste mit viel Liebe, Freude und Ideen bebacken, bekochen und bedienen. (Unbedingt ein Pläuschchen mit Pia halten und eine Piadina essen :-))

Die psychosomatische Abteilung hat eine ausgesprochen kompetente, empathische und eloquente Leitung. Das ist ein absolutes Plus dieser Klinik. Großes Kompliment!

Die Sportangebote waren auch gut (aber der Effekt ein bisschen abhängig vom durchführenden Physiotherapeuten).

Alle Mitarbeiter waren freundlich und haben den Aufenthalt für die Mütter, Väter und Kinder so schön wie möglich gestaltet. Persönliche Wünsche bei der Gestaltung der Therapiepläne wurden berücksichtigt, auf tagesabhängige Befindlichkeiten wurde gut und flexibel reagiert.

Die Kinderbetreuung ist in den Zeiten flexibel. Als Mutter konnte man selbst entscheiden, ob man die therapiefreien Zeiten mit seinen Kindern verbringt oder für sich selbst nutzen möchte.

 

Was kann die Rehaklinik Selenter See aus Ihrer Sicht vielleicht noch besser machen?

Über Essen lässt sich natürlich immer streiten. Aber die Auswahl am Vormittag und zum Abendessen war gut. Das Brunchen am Wochenende mehr als man erwarten kann. Auch über Hellhörigkeit und Zimmergestaltung lässt sich streiten. Aber ich glaube, dass manche Patientinnen und Patienten vergessen, dass es nicht um einen Urlaub mit Allround-Comfort geht. Schlussendlich liegt es an jedem Patienten selbst, was man aus dieser Zeit macht und was man mitnimmt. Wir haben uns wohl gefühlt! Danke an das komplette Team!

… vielleicht ein paar Schallschutzwürfel in der großen Eingangshalle die Akustik verbessern (dort hallt es nämlich wirklich laut)

 

Würden Sie die Rehaklinik Selenter See weiterempfehlen oder haben Sie das schon getan?

Ja und ja. (Habe auch einen Beitrag auf Klinikbewertung.de geschrieben.)

 

Was würden Sie den Eltern empfehlen, die mit dem Gedanken spielen, auch eine Kur oder Reha zu machen?

„Nutzt die Zeit und seid bereit, die 3 Wochen zu einer tollen Zeit zu machen. Freut euch über die Möglichkeit der Kurmaßnahme,… über all das, was man dort für euch tut. Sucht nicht das Haar in der Suppe. Erspart euch das Ärgern über negative Kleinigkeiten, sondern freut euch über das großartige Angebot. Lasst euch ein(!)… auf Sport, auf Ruhe, auf Zeit mit euren Kindern, auf Gespräche, auf all das, was ihr dort finden und sogar mitnehmen könnt :)“