Alkohol am Arbeitsplatz – wie man als Führungskraft richtig handelt

Zweitägiges Seminar für Führungskräfte in Kooperation mit der Daimler AG

In Kooperation mit der Daimler AG, Mercedes-Benz Werk Gaggenau, führte die Rehaklinik Birkenbuck im Oktober ein zweitägiges Führungskräfteseminar durch. In verschiedenen Workshops arbeiteten sich Führungskräfte von Daimler in die Thematik mit Abhängigkeitserkrankungen und deren medizinische Rehabilitation ein.

Das Seminar „Wenn Verhalten aus dem Rahmen fällt – Spannungsfeld Alkohol & Co.“ wurde geleitet von Stefan Kleiser, dem Sozialberater der Daimler AG und Jörg Heinsohn, Abteilungsleiter Sozialtherapie in der Rehaklinik Birkenbuck Malsburg-Marzell. Mit diesem Lehrgang erweitern die Teilnehmer ihre psychosoziale Führungs- und Handlungskompetenz in nicht alltäglichen Arbeitssituationen. Die Führungskräfte mussten sich mit ihrer beruflichen Rolle und dem betrieblichen Auftrag auseinandersetzen. Sie berichteten aus ihrem Alltag über die Auswirkung der Abhängigkeit auf das Arbeitsverhalten. In den Workshops wurden die Rollen der beteiligten Prozesspartner geklärt und die Krankheitsbilder zu den weiteren Themen der Psyche und Psychosomatik vorgestellt. Des Weiteren referierte Carsten Spira, Regionalleiter Kommunikation AMEOS Süd, über Anzeichen der Abhängigkeit, schnell verfügbare Behandlungsmethoden bei akuten Alkoholproblemen, wie den Qualifizierten Alkoholentzug im AMEOS Klinikum Kaiserstuhl.

Intensive Einblicke und nachhaltige Eindrücke erhielten die Daimler-Führungskräfte in den Gesprächen mit den Patienten der Rehaklinik Birkenbuck. In einem regen Austausch konnten die Patienten ihre Erfahrungen mit den Seminarteilnehmern der Daimler AG teilen. Die Suchtkranken berichteten eindrucksvoll von ihrer Erkrankung und ihrem persönlichen Weg in die Sucht und aus dem Weg aus der Sucht heraus. Die Führungskräfte erfuhren eindrücklich, dass der Arbeitgeber ein wichtiger Bestandteil für den Weg aus der Sucht ist. Den Abschluss dieses zweitägigen Lehrgangs bildeten die Führung durch die Rehaklinik Birkenbuck und ein Vortrag über Behandlungsmöglichkeiten und Therapieformen.

Die Daimler-Führungskräfte zeigten sich am Ende des Seminars beeindruckt von der Offenheit der Patienten und von der Bereitschaft der Rehaklinik, einen Blick hinter die Türen werfen zu dürfen. Sie nahmen eine Reihe von wertvollen Impulsen für ihr Führungshandeln mit – nicht nur zum Thema Abhängigkeit. Auch für die Patienten war der gemeinsame Tag mit den Daimler-Führungskräften sehr wertvoll: Sie empfanden den gegenseitigen Umgang und das Interesse der Führungskräfte als sehr wertschätzend, was sie darin bestärke, dass sie auf dem richtigen Weg seien.

Suchtprävention fängt in dem Unternehmen an und muss von den Führungskräften und den Mitarbeitern des Unternehmens kritisch reflektiert werden. Gerade für die Führungskräfte ist eine offene Auseinandersetzung mit dem Thema Alkohol am Arbeitsplatz von großer Bedeutung. In vielen Unternehmen fehlt es an begleitender Unterstützung. Ebenso fehlt es in vielen Unternehmen an einer entsprechenden Handlungsempfehlung für Führungskräfte, was mit Hilfe eines solchen Seminars geschaffen werden kann. Nicht so bei der Daimler AG am Standort Gaggenau: Hier existiert seit vielen Jahren eine Betriebsvereinbarung zum Thema Abhängigkeit.

 

Foto (privat): 1. von links: Veit Bermeitinger (Stellv. Klinikleiter Rehaklinik Birkenbuck), 4 von rechts: Stefan Kleiser (Sozialberater der Daimler AG), 3. von rechts: Jörg Heinsohn (Abteilungsleiter Sozialtherapie Rehaklinik Birkenbuck).