Mutter-Kind-Klinik Saarwald
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Neurofeedback / Biofeedback

Biofeedback: ein Weg zur Beeinflussung von Körperfunktionen

Biofeedback baut auf der Fähigkeit des Menschen auf, durch Lernprozesse körperliche Funktionen zu verändern. Lange Zeit wurden die Chancen, die in einem solchen Vorgehen liegen, verkannt. Bis in die 60iger Jahre des 20. Jahrhunderts wurde angenommen, dass das autonome Nervensystem nicht willentlich oder durch Lernprozesse beeinflussbar sei. Hauptziel der Biofeedback-Behandlung ist, dass Lernprozesse körperliche Funktionen und körperliches Wohlbefinden positiv zu beeinflussen. Es konnte gezeigt werden, dass viele medizinische Interventionen zwar bezüglich einer bestimmten Körperfunktion positiv wirken, jedoch in der Regel an verschieden anderen körperlichen Funktionen zusätzlich ihre Wirkung entfalten. Umso wichtiger ist die Entwicklung von Therapiemethoden, die genau an der Stelle wirken, wo ihre Wirkung gewünscht wird, ohne andere Körperbereiche zu beeinflussen, in denen keine Veränderung beabsichtigt ist. Biofeedback ist eine der wenigen Behandlungsmethoden, die genau dies leistet: es wird versucht spezifisch nur jenen Körperfunktionen zu verändern, deren Veränderung für einen Heilungsprozess notwendig sind. Damit zählt Biofeedback zu den nebenwirkungsärmsten Behandlungsmethoden.

Oftmals wurde Biofeedback als eine Maßnahme missverstanden, bei der Menschen von Apparaten abhängig würden. Die für Biofeedback notwendigen Geräte sind jedoch nur die Mittel für einen Zwischenschritt, Selbstkontrolle über Körperfunktionen zu erlernen und diese anschließend ohne Hilfe von Geräten einsetzen zu können. Es war eine der wichtigsten Erkenntnisse der angewandten Psychophysiologie welche Körperfunktionen durch Biofeedback beeinflussbar sind. Man kann festhalten, dass vermutlich alle körperlichen Prozesse, die verstärkt und rückgemeldet werden können, auch einer Beeinflussung zugänglich sind, sofern sie neuronal eine Verbindung zum Großhirn aufweisen.

Bei der Biofeedback-Behandlung werden körperliche Funktionen den Patienten kontinuierlich zurückgemeldet (z.B: optisch oder akustisch) und positive Änderungen dieser Körperfunktion verstärkt, so dass die Patienten lernen können die Körperfunktionen zu beeinflussen (siehe Pawlow`scher Ansatz).

Es gibt auch eine Reihe von Körperfunktionen, die einer unmittelbaren und willentlichen Kontrolle nicht unterliegen. Dazu gehören z.B. der Pulsschlag, der Blutdruck oder aber auch das EEG. Diese Funktionen werden selbstverständlich auch von unserem Körper kontrolliert und den Bedürfnissen angepasst, man nahm jedoch lange Zeit an, dass keine willentliche Beeinflussung möglich ist. Ein Lösungsansatz ist hierbei das Neurofeedback.

Mittels des Neurofeedbacks erlernt der Patient unter zu Hilfenahme akustischer und/oder optischer Signale, sein Hirnwellenmuster zu beeinflussen; d.h. der Patient wird in die Lage versetzt, selbst vermehrte hirnelektrische Aktivitäten in bestimmten Bereichen zu produzieren. Mittels der gleichen Technologie können zB. auch langsame Hirnströme vermindert werden. Diese Form des Biofeedbacks ? EEG gesteuertes Feedback ? konnte mit großem Erfolg bei Tinnitus- und Schwindelbeschwerden einsetzen.

Indikationen - wann kann Neurofeedback hilfreich sein?

  • Tinnitus (Ohrklingeln, -pfeifen, -rauschen)
  • Beschwerden nach Kopf-Hals-Trauma
  • Legasthenie (Lese-und Rechtschreibschwäche)
  • Schwindel
  • Sprachentwicklungsstörungen
  • Verhaltensstörungen
  • Z. n. frühkindlichem Hirnschaden
  • ADS und ADHS (Hyperaktivität)
  • Senso-motorische Störungen

Diagnostik: Computergestützte EEG-Analyse Verfahren

Bei diesem Testverfahren handelt es sich um das computer-unterstützte EEG-Analyse Verfahren. Es gibt zwei wesentliche Fortschritte auf dem Gebiet der Elektroenzephalographie und zwar das quantitative EEG und das topographische EEG.

Die Berechnung der aufgezeichneten EEG - Daten erfolgt mittels einer speziellen Software. Nach visueller Inspektion der aufgezeichneten Daten und nach Eliminierung der Artefakte erfolgt die computer-unterstützte Auswertung der aufgezeichneten EEG-Daten. Ein Minimum an 1 Minute artefaktfreiem EEG wird zur Analyse herangezogen.

Die Zerlegung des EEG in die klassischen Frequenzbänder (2-4Hz (Delta), 4-7Hz (Theta), 8-13 Hz (Alpha), 14-21 Hz (Beta), >22Hz (Gamnma), in 1Hz-Bänder sowie die Darstellung in Form von Brain Maps ermöglicht die optische Präsentation der in der Hintergrundaktivität versteckten Informationen.

Mit Hilfe dieser Technologie können für verschiedene Beschwerden/Erkrankungen ganz typische Mapings erstellt werden.

Therapieangebote in Zusammenarbeit mit Dr. Elmar Weiler

Die Mutter-Kind-Klinik Saarwald verfolgt einen ganzheitlichen, biopsychosozialen Ansatz.

Ergänzend zu unseren Standardindikationen und den entsprechenden Behandlungsangeboten können Sie in der Klinik fakultativ das Therapiekonzept "Neurofeedback" wahrnehmen. Bitte sprechen Sie bezüglich Kosten etc. unsere Klinikleitung an. Medizinischer Ansprechpartner und verantwortlich für das Therapieangebot ist Herr Dr. Elmar Weiler - weitere ausführliche Infos zum Therapieverfahren finden Sie auch unter http://www.neuronet.de