Mutter-Kind-Klinik Saarwald
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Ganzheitliche Therapie von Migräne

Ein Erfahrungsbericht

Frau B aus S hat vor einiger Zeit an der Migräne-Therapie in der Mutter-Kind-Klinik Saarwald teilgenommen. Sie war schon während des stationären Aufenthalts sehr engagiert und hat die Angebote aktiv angenommen. Ihre Erfahrungen hat sie in einem längeren Bericht zusammengefasst, den wir hier in Auszügen wieder-geben:

"Schon beim Zurückschlagen der Bettdecke merke ich die Anstrengung. Ein Frieren huscht durch meinen Körper. Beim Aufstehen schmerzt jede einzelne Faser meines Körpers und mir ist ein wenig schwindelig. Ich vermute das Schlimmste, denn ich kann die Vorboten meiner Migräne mittlerweile sehr gut einordnen. Schnell überlege ich, ob ich gestern etwas falsches gegessen habe, hormonelle Gründe im Raum stehen könnten oder es einfach nur so ist, wie es ist."

Nicht immer lassen sich die Migräne-Schmerzen einfach überwinden. Aber immer öfter hat die Migräne keine Chance. In der Mutter Kind Klinik Saarwald habe ich gelernt, Auslöser zu erkennen und zu vermeiden, meinen Tag gut zu strukturieren und selbst an Krankheitstagen stärker zu sein als sie. Durch strenges Weglassen bestimmter Nahrungsmittel kann ich wirkungsvoll Einfluss nehmen auf das Entstehen. Natürlich ist es nicht immer einfach und es gibt genügend Momente, an denen es mich Kraft und Überwindung kostet.

Zusätzlich habe ich in Gesprächskreisen herausfinden können, wie wichtig ein gut strukturierter Tagesablauf für mich ist, gerade mit Ronja, meiner dreijährigen Tochter, die nicht selten für einen turbulenten Alltag sorgt.

Mein kontinuierliches entspanntes Joggen dreimal die Woche gibt mir ein gutes Gefühl. Meine Muskeln fühlen sich einfach besser an und ich bin durch die antrainierte Fitness viel gestärkter.

Und ich habe in der Klinik Saarwald auch gelernt, dass die oft zu hörende Behauptung, die Psyche sei Ursache der Migräne, nicht stimmt. Das hat mich all die Jahre viel Kraft gekostet, gegen dieses Vorurteil anzukämpfen. Oft habe ich schwer darunter gelitten. Die Stressbewältigungskurse zeigen auch hier, was sie wert sind: ich bleibe innerlich ruhig.

In meinem Fokus steht nun: "Maximale Schmerzfreiheit"! Und ich weiß wie ich sie erreichen kann Dafür nehme ich gerne die "be"lächelnden Augen anderer in Kauf, die mir ganz klar signalisieren, was sie gerade von mir denken und ich welche Schublade man mich schiebt."

Migräne zählt zu den chronischen Erkrankungen, die das Leben am meisten einschränken (WHO). In Deutschland leiden ca. 9 Millionen Menschen an ihr, davon 75% Frauen. Die meisten haben eine lange Leidensgeschichte mit vielen Arztbesuchen, häufigem Arztwechsel und etliche, wenig erfolgreiche Behand-lungsversuche hinter sich.

Migräne ist eine chronische neurologische Erkrankung mit halbseitigen, pulsierenden Kopfschmerzen, die oft gleich-zeitig mit Übelkeit und Erbrechen auftreten. Häufig ist eine sogenannte "Aura fokaler neurologischer Symptome"; dazu zählt eine flüchtige Wahrnehmung, Schwindel, Flimmern oder Schwarzwerden vor den Augen, Geschmacks- oder Geruchsempfindungen, Lähmungserscheinungen (Paresen), Sprachstörungen (Aphasie) oder Geräuschwahrnehmungen, ohne dass ein entsprechender äußerer Reiz vorhanden ist.

Eine Migräneattacke verläuft in vier Phasen. In der Vorphase kann sie sich durch sogenannte "Plus Faktoren" ankündigen: um erhöhte Reizbarkeit, Anfälle von Heißhunger, Hyperaktivität und Überempfindlichkeit der Sinne. Bei vielen Betroffenen treten in der Auraphase neurologische Symptome in den Vordergrund, z.B. Sehstörungen. Die Kopfschmerzphase geht häufig einher mit Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit sowie Schmerzzunahme bei Bewegung. Aufgrund dieser Begleiterscheinungen ist es für die Betroffenen angenehm, in abgedunkelten Räumen zur Ruhe zu kommen. In der Rückbildungsphase nehmen der Migränekopfschmerz und die Begleitsymptome bis zur vollständigen Erholung langsam ab, man fühlt sich müde und abgespannt.

Migräne ist eine Krankheit mit zahlreichen Facetten und Symptomen. Multiple Faktoren haben auf ihre Entstehung Einfluss. Bei vielen Patienten wird Migräne durch spezielle Situationen oder Substanzen, sogenannte Trigger, ausgelöst. Dazu zählen insbesondere hormonelle Faktoren, Stress, unregelmäßiger Biorhythmus mit Schlafmangel oder zu viel Schlaf, Lebens- und Genussmittel (Schokolade, Käse, glutamat-,tyramin-, histaminhaltige Lebensmittel und Alkohol) und Umweltfaktoren. Diese Auslösefaktoren sind jedoch individuell sehr unterschiedlich.

Therapieziel

Die stationäre Therapie in der Mutter-Kind-Klinik Saarwald bietet ein ganzheitliches Behandlungsprogramm, bei dem Auslösefaktoren aufgedeckt und Techniken zur Eindämmung von Migräneanfällen erlernt werden. Ziel ist, die Häufigkeit oder die Schwere von Migräneattacken bereits vor ihrer Entstehung zu senken und mit der Krankheit so umgehen zu können, dass ein aktives und gesundes Leben möglich ist.

Therapiebausteine

Die Mutter-Kind-Klinik Saarwald verfolgt einen ganzheitlichen, biopsychosozialen Ansatz. Ein Team aus Ärzten, Diplom-Psychologen und Therapeuten aus vielen Fachrichtungen arbeitet zum Wohle der großen und kleinen Patienten eng zusammen, die Therapie ist multimodal.

  • Die "Trigger" aufzuspüren ist eine der ersten Maßnahmen, um einen Ansatz zur Vermeidung von Auslöserfaktoren zu finden. Bei der migränebezogenen Ernährungsberatung werden die Alltags Lebensmittel untersucht, insbesondere bezüglich Nahrungsmittelzusatzstoffen und Geschmacksverstärkern. Auch die Säurewirkung im Hinblick auf den Säure-Basen-Haushalt wird besprochen. Möglichkeiten, die Ernährungs-gewohnheiten mit Blick auf Migränevorbeugung positiv zu ändern, werden erarbeitet.
  • Wichtig ist das Erlernen verschiedener Entspannungsme-thoden (Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation), um den Körper bewusster wahrzunehmen. Mit der Anleitung zur Selbsthilfe und Selbstbehandlung können sich die Patienten im Alltag sicher und entspannter fühlen.
  • Bewegungsangebote wie Nordic Walking, Step-Aerobic und Selbstverteidigung wirken der inneren Grundanspannung entgegen. Während eines speziellen Trainingsprogramms lernen die Patienten, auf die Bedürfnisse ihrer Körper zu achten.
  • Im Stressbewältigungstraining lernen sie innere und äußere Stressauslöser kennen, die mit zielgerichteten Verhaltensmaßnahmen überwunden werden.
  • Neurofeedback und Akupunktur sind alternative Heilmethoden, für die es gute Hinweise auf eine erfolgreiche Migräne-Behandlung gibt. Die Methoden werden vorgestellt. Anwendungen sind zur Zeit allerdings kostenpflichtig.
  • Alternativen zur Medikamentengabe bietet die Naturheilkunde. Verschiedene Heilkräuter und -pflanzen wirken regulierend oder stellen gestörte Regelkreise wieder her und stimulieren körpereigene Abwehrmechanismen.
  • Zusätzlich lernen die Patienten bei verschiedenen Gruppen-angeboten den Alltag aktiv zu bewältigen (z.B. "Soziale- Kompetenz-Gruppe").
  • Wichtig ist auch die Integration der Kinder in die Therapie, die unter der Krankheit der Eltern in der Regel mitleiden und viel Aufklärung benötigen. Zum Therapiestandard gehören deshalb auch Angebote zur Eltern-Kind-Interaktion.
  • In speziellen Fällen können psychotherapeutische Einzel-sitzungen angeordnet werden.

Der Therapieverlauf wird ständig systematisch überwacht, um Veränderungen zeitnah zu erkennen und die Therapie entsprechend anzupassen. Ebenso können Behandlungs-erfolge festgestellt und dokumentiert werden.