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Anerkannt hohe Qualität In der Behandlung unserer Patientinnen und Patienten.

Neurodermitis im Kindesalter
Rehaklinik Kandertal - Die Fachklinik für Familienrehabilitation
Bereits seit 1994 erfolgreich im Glottertal als Gemeinschafts-projekt mit der DRV Baden-Württemberg betrieben, ist die Fachklinik für Familienrehabilitation im Mai 2005 ins Kandertal umgezogen und hat ihre Bettenanzahl sowie das Behandlungsangebot erweitert. Neben der Familienrehabili-tation (140 Betten) gibt es nun auch eine Abteilung für junge Erwachsene von 18-35 Jahren (40 Betten). Der Anteil chronisch kranker Kinder und Erwachsener in der Gesamtbevölkerung nimmt seit Jahren stetig zu. Chronische Erkrankungen haben drastische Folgen nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für die Gesamtfamilie. Sie beein-trächtigen die Lebenssituation insgesamt und bringen oft einschneidende somatische, psychische und soziale Folgen mit sich. So kann ein chronisch krankes Familienmitglied die Gesamtfamilie erheblich belasten, andererseits belasten chronische Konflikte innerhalb der Familie den Patienten.
Im Zuge der raschen Entwicklung der Familien- und Systemtheorie hat sich in den letzten Jahren deshalb auch im Bereich der Rehabilitation chronisch Kranker der diagnostische und therapeutische Schwerpunkt verlagert. Symptome eines Einzelnen werden nicht länger als isolierte, individuelle Pathologie betrachtet, sondern innerhalb des familiären Kontexts als dem dafür relevanten Systemuntersucht. Krankheitssymptome können demnach als Merkmale der spezifisch innerfamiliären Struktur und Inter-aktionen gesehen werden.
Auf diesem Hintergrund stellt das Konzept der Rehaklinik Kandertal eine konsequente Umsetzung des familienorientierten Ansatzes dar. Durch die Aufnahme von Familien bzw. Teilfamilien können alle Familienmitglieder in die Behandlung mit einbezogen werden. Das zugrunde liegende biopsychosoziale Modell der Medizin wurde dazu um den systemischen Ansatz erweitert. Familienrehabilitation ist aber gleichzeitig auch multimethodal. So kommen auch verhaltenstherapeutische, tiefenpsychologisch orientierte, nonverbale sowie psychoedukative Therapieansätze zur Anwendung. In Familiengesprächen werden die funktionalen und dysfunk-tionalen Bewältigungsstrategien eruiert und die Ressourcen des Familiensystems gestärkt. Dabei arbeitet das Team der Klinik lösungsorientiert mit den Familien und jungen Erwachsenen und lenkt den Blick vor allem auf bestehende Veränderungsmöglichkeiten.
Neue Ansätze für eine erfolgreiche Therapie
Neurodermitis ist eine immer wieder auftretende Entzündung der Haut mit Juckreiz, Rötung, Nässen, Schuppung und Krustenbildung. Sie gehört zu den atopischen Krankheiten, geht also auf eine genetische Veranlagung zurück. Ob und wann die Krankheit ausbricht, hängt von vielen individuellen Faktoren ab ? die Bandbreite der so genannten Provokationsfaktoren geht von Allergenen, Nahrungsmitteln, Umweltgiften, Infektionen bis hin zu psychischen Belastungen. Nach Schätzungen leiden rund 4 Millionen Deutsche unter Neurodermitis. Jedes Jahr kommen 1 Prozent der Erwachsenen neu hinzu, bis zu 12% der Vorschulkinder sind bereits betroffen. Tendenz: steigend.
Familien mit an Neurodermitis erkrankten Kindern stehen unter einem enormen Leidensdruck. Es ist bei einem guten Arbeitsbündnis mit dem behandelnden Arzt jedoch in der Regel möglich, weitestgehende Beschwerdefreiheit zu erreichen. Zudem verläuft die Erkrankung meist selbst-limitierend.
Häufig wird jedoch der gesamtfamiliäre Aspekt der Erkrankung nicht berücksichtigt, was zu einer gerin gen Compliance, häufi gen Arztwechseln und zu unange mes-senem Krankheitsverhalten führt.
Wir haben deshalb in unser Therapiekonzept die Betrachtung familiendynamischer Aspekte an zentraler Stelle aufgenommen. Unsere Ziele sind die Herstellung eines tragfähigen Arbeitsbündnisses durch die Vorstellung unseres Konzepts, Informationsvermittlung über die Erkrankung, sowie die Förderung der Kompetenz und der Autonomie der Patienten.
Diagnostik
Durch eine ausführliche Anamnese werden die individuellen Provokationsfaktoren erfasst. Untersuchungen auf Allergien, insbesondere auf Nahrungsmittelallergien, führen wir nur bei einem starken Verdachtsmoment durch.
Zu Beginn werden Ausdehnung, Lokalisation und Intensität der Hautveränderungen erfasst und protokolliert.
Therapie
Familiengespräche: Durch chronische Erkrankungen werden viele Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern, Eltern oder in der Interaktion erzeugt und verstärkt. Des Weiteren können chronische Konflikte entstehen oder unterhalten werden. Die familientherapeutische Intervention erfolgt ressourcenorientiert, um die Gesamtfamilie in die Lage zu versetzen, weitere Bewältigungsstrategien zu verstärken oder neu zu erarbeiten.
Lokalbehandlung: Grundlage der Neurodermitisbehandlung ist die Lokalbehandlung. Im Intervall behandeln wir mit einer Pflegesalbe, im Schub mit einer gering cortisonhaltigen Salbe, beide nach eigener Rezeptur hergestellt. Wir wenden Sole-Bäder und anschließend UV-AB Bestrahlung nach einem festgelegten Stufenschema an.
Autogenes Training: Da bekanntlich psychische Faktoren für den Verlauf einer Neurodermitis mitentscheidend verantwortlich sind, führen wir Entspannungsgruppen durch, an denen betroffene Kinder teilnehmen. In diese Verfahren sind verschiedene Autosuggestionen, so genannte Kratz-Stopp-Übungen, eingebaut.
Diät: Der bisherige Wissenstand rechtfertigt nach unserer Überzeugung keine einschneidenden Diätformen. Wir legen Wert auf eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung. Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie gegen Zitrusfrüchte, Zucker o.ä. sind dagegen häufig und sollten entsprechend der individuellen Erfahrung eliminiert werden.
Massagen: Oft ist der Hautkontakt zwischen Eltern und Kind nur auf das Einreiben von Salben bei Verschlechterung des Hautzustandes beschränkt. Wir bieten deshalb einen Kindermassagekurs an, der die positive Eltern-Kind-Beziehung fördern soll. Gleichzeitig soll der negative Regelkreis ?Verschlechterung = vermehrte Zuwendung? unterbrochen werden.
Elternschulung: Diese behandelt Themen wie das Wissen über die Erkrankung, die bisherigen eigenen Erfahrungen, die Wirkung von Cortison, Kleidung und Hygieneverhalten, um eine erhöhte Kompetenz und Autonomie der Betroffenen zu erreichen.
Das besondere Therapiekonzept in der Rehaklinik Kandertal ist...
...dass wir einen breiten interdisziplinären Ansatz vertreten. Das heißt, Angehörige unterschiedlichster Berufsgruppen mit jeweils spezifischen Therapieangeboten behandeln die Familienmitglieder auf verschiedenen Ebenen
... dass wir grundsätzlich eine systemisch-familien therapeutische Perspektive in Bezug auf alle Schwierigkeiten vertreten. Das heißt, die individuellen Erkrankungen, Probleme und Beschwerden werden grundsätzlich auch unter den Perspektiven ?Interaktion in der Familie?, ?Bedeutung?, ?aufrechterhaltene Bedingungen? und ?alternative Lösungsstrate gien im Umgang mit Symptomen? betrachtet
... dass wir unser Behandlungsangebot in ein ?psychosomatisch-psychotherapeutisches Basisprogramm? und individuelle ?störungsspezifische Programme? gliedern. Das heißt, jeder Patient erhält ein besonderes Therapieprogramm
... dass wir unsere PatientInnen ausdrücklich einladen, mit uns gemeinsam Therapieziele und Therapiemaßnahmen zu entwickeln und zu vereinbaren.




