Kinder wachsen heute immer mehr in einer von Stress und Hektik geplagten Welt auf. Der Leistungsdruck beginnt schon im Kindergarten. Hinzu kommen Probleme in der Familie oder die Belastung der Eltern. Die Lebensbedingungen bieten oft nicht mehr die Möglichkeit, dass Kinder ihre eigenen Erfahrungen beim Spielen und in der Natur sammeln können.
Die Folgen sind oft Angst, Schlafstörungen oder eine eingeschränkte Kontaktfähigkeit. Stress im Kindesalter kann auch der Auslöser für Konzentrationsstörungen, Schulprobleme, Ess-Störungen und für Übergewicht sein.
Seit nunmehr einem Jahr werden in Zorge verstärkt Nutztiere wie Rinder, Ziegen oder Schweine in der tiergestützten Erlebnis-Pädagogik eingesetzt.
"Das Projekt hat sich bewährt ", meint Klinikleiterin Ulrike Kleemann: "Tiergestützte Pädagogik auf dem Bauernhof beschreitet neue Wege in der psychosozialen Arbeit. Ein Tier wird zwar nie den menschlichen Kontakt ersetzen können. Aber es ermöglicht ganz neue Erfahrungen in denen man Gefühle beglückend ausleben kann. Während des Kontaktes mit Kühen und Schweinen werden aggressive Kinder ruhiger. Da hektisches Verhalten die Tiere vertreibt, bewegen sich die Kinder langsam und behutsam und beginnen, sie zu beobachten und mit ihnen zu kuscheln."
Aktuell finden die Besuche auf dem nahegelegenem Bauernhof in wöchentlichem Rhythmus statt. Teilnehmen können Kinder ab dem 6. Lebensjahr. Bei zu geringer Teilnehmerzahl oder schlechter Witterung kann das Programm saisonal entfallen.