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Down-Syndrom - Wege ebnen, Wege zeigen



Klinik Saarwald


Etwa 750.000 Kinder im Jahr werden in Deutschland geboren, ungefähr 550 haben das Down-Syndrom. Ein verschwindend geringer Anteil. Und gerade, weil diese Behinderung nicht zum gängigen Alltagsbild gehört, entstehen in der Gesellschaft Akzeptanzprobleme. Dabei haben die Mütter mit vielen Vorurteilen zu kämpfen, die sehr kräfteraubend sind.

Eltern, die ein Kind mit Down-Syndrom bekommen, sind anfänglich von Zweifeln und Schuldgefühlen geplagt. Oftmals werden Gefühle von Trauer, Ablehnung, Wut und Schock verspürt. Die Überwindung und Verarbeitung dieser Gefühle dauert meistens lange und braucht Unterstützung. Dazu kommen noch die Vorurteile der Außenstehenden. Die Eltern brauchen „Extra-Kraft“, um diese Vorurteile mit Aufklärung und durch Informationen abzubauen. Dabei werden die Ressourcen oftmals aufgebraucht.

All diese Anforderungen und die große Verantwortung, die die Eltern gegenüber ihren Kindern und gegenüber ihrer Umwelt tragen, bringen häufig psychische und psychosomatische Krankheiten mit sich, die einer Rehabilitationsmaßnahme bedürfen.

Die Mutter-Kind-Klinik Saarwald setzt mit ihrem Therapiekonzept für Mütter und Väter mit Down-Kindern genau an diesem Punkt an. Denn die hohen Anforderungen, die an die Eltern gestellt werden, sind oftmals nicht alleine zu bewältigen. Wege ebnen, Unterstützung geben und fördern sind die Grundsätze der Klinik.

Das Konzept

Die Rehabilitation besteht aus einem Behandlungs-programm, das auf die speziellen Bedürfnisse der Mütter (oder der Väter) und ihrer Kinder abgestimmt wird. Ziel ist es, Wege der Integration zu zeigen, Unterstützung zu geben und die bestehenden bzw. zukünftigen Fördermaßnahmen sinnvoll zu nutzen. Besonders wichtig ist, den Prozess des „Loslassens“ vom Kind voranzubringen. Dazu wird Zeit und Geduld gebraucht - beides Dinge, die im Alltag immer seltener zu finden sind.

Das Rehaprogramm

Mütter und Väter werden in der Klinik Saarwald in den „normalen“ Alltag integriert. Das bedeutet, dass die Gruppen aus Müttern und Vätern mit behinderten und nichtbehinderten Kindern bestehen. Dies bietet die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch und fördert die Kommunikation und die Aufklärung.
Für die Kinder sind ebenfalls spezielle Programme erarbeitet worden. Die Betreuung erfolgt in integrativen Kindergruppen. Damit soll die Aufklärung und das Miteinander gefördert, Entwicklungsimpulse gegeben werden, sowohl für die behinderten als auch für die nichtbehinderten Kinder.

Indikationen

In der Mutter-Kind-Klinik Saarwald werden Mütter und Väter mit den folgenden Hauptindikationen aufgenommen:

Psychosomatische Krankheiten
Anpassungsstörungen, z.B. nach schweren Belastungen
Emotionale Störungen
Psychische und Verhaltensstörungen
Psychovegetatives Erschöpfungssyndrom
Chronische Atemwegserkrankungen
Funktionelle Störungen des Bewegungsapparats
Adipositas
Körperliche und geistige Behinderungen

Therapie für Mütter und Väter:

Physiotherapeutische Angebote sind indikationsspe-zifisch, häufig von Nebenindikationen abhängig und werden individuell festgelegt.

Sozialtherapeutische Angebote:

Themenzentrierte Gesprächskreise sollen Müttern und Vätern die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch geben. Sie dienen der Aufklärung und Hilfestellung, aber auch der Konfliktbewältigung. In Workshops werden themenzentriert Probleme behandelt und diskutiert.
Das Eingangsgespräch bei der Psychologin ist obligatorisch. Das zentrale Anliegen ist eine individuelle Auseinandersetzung mit der bestehenden Problematik zu erreichen. Diese dienst als Grundlage für weitere einzeltherapeutische Gespräche.

Die Psychologin arbeitet mit unterschiedlichen Bewältigungsstrategien.

Zusätzlich bietet die Klinik Ernährungsberatung und hat ein ausgewogenes Sportprogramm. Um sich näher zum Thema Down-Syndrom zu informieren, hat die Klinik eine Literaturliste erstellt, welche sie interessierten Müttern und Vätern zur Verfügung stellt

Therapie für Kinder:

Physiotherapeutische Behandlungen erfolgen in der Regel in Anlehnung an die Methoden von Bobath oder Vojta. Nach Absprache mit dem Arzt können auch andere Behandlungen vorgenommen werden.

Die Logopädie und die Ergotherapie werden als Einzeltherapie oder Mutter-Kind-Therapie angeboten. Damit wird die Kommunikation zwischen Mutter und Kind gefördert und die Chance gegeben, die therapeutischen Schritte auch nach der Rehabilitationsmaßnahme fortzuführen.

Die Logopädin arbeitet bei den Kindern mit Down-Syndrom nach dem Konzept von Castillo Moralis.

Mutter-Kind-Reha – Ein Beispiel

Frau W. wird mit den Diagnosen chronische Bronchitis und einem sehr ausgeprägten Erschöpfungssyndrom in die Klinik aufgenommen. Sie ist 41 Jahre alt, verheiratet und seit der Geburt ihres Sohnes Hausfrau. Nach einer Fehlgeburt wurde Jan, heute 7 Jahre, geboren. Jan hat das Down- Syndrom und eine angeborene Fehlbildung des Herzens. Zuhause übernimmt Frau W. die gesamte Organisation des Alltagsgeschehens.

Bereits bei der Ankunft wirkt Frau W. sehr angespannt und kann die Augen und Ohren (wie auch die Hände) nicht von ihrem Sohn lassen. Sie wirkt bei jedem Schritt, den ihr Sohn macht, verängstigt. Auch bei dem Aufnahmegespräch kann sie sich kaum konzentrieren, da ihre Gedanken überwiegend um Jan und seine Handlungen kreisen. Ihren Erfahrungen und Erzählungen kann man entnehmen, dass sie sich keine Freiheiten gönnt, sich eigentlich nur noch um den Sohn kümmert und dadurch immer weiter in einen Zustand der chronischen Erschöpfung gerät. Doch empfindet sie ein unheimlich großes Glück, Jan geboren zu haben. Zwar hatten sie schwierige Zeiten, doch sie würde ihr Kind nie missen wollen, weil er ihr „soviel Liebe und Glück schenkt“.

Anfänglich ist es sehr schwierig, Frau W. davon zu überzeugen, dass das Kind bei den Erzieherinnen in der Kindergruppe gut aufgehoben ist. Sie beschäftigt sich dauernd mit der Frage nach dem Befinden ihres Sohnes. Allerdings zeigt sie sich zufrieden, dass die Kindergruppen integrativ sind. Während der Therapien wird Jan dort betreut.

Jan fühlt sich in der Gruppe sehr wohl und wird von den Kindern ohne Probleme anerkannt und integriert. Er ist ein fideles und neugieriges Kind, das die Spielereien der anderen immer mitmacht.

Nach gut 2 Wochen wird eine Veränderung bei Frau W. deutlich. Sie kann Wege und Gedanken alleine gestalten, auch ohne Jan. Sie entschließt sich sogar zu einem Ganztagesausflug für Eltern aus der Klinikgruppe in das Naturschutzgebiet Saar- Hunsrück und genießt den Tag mit der notwendigen inneren Ruhe. Frau W. hat angefangen zu lernen, ihr Kind auch mal loszulassen.

Aber nicht nur Eltern mit einem Kind, dass das Down-Syndrom hat durchleben einen Lernprozess, sondern auch die Eltern, die mit einem nichtbehinderte Kind zu einer Rehabilitation kommen . Frau K. z.B. wird mit den Diagnosen Asthma und Adipositas aufgenommen und reist zur gleichen Zeit an wie Frau W. und ihr Sohn . Ihre Tochter Janina, 5 Jahre, ist kerngesund und sehr lebendig. Sie ist als Begleitkind mitgereist, da zu Hause keine Möglichkeit der Betreuung bestand. Nun soll Janina in der gleichen Kindergruppe wie Jan betreut werden. Im Gegensatz zu Janina hat Frau K. Berührungsängste und will nicht, dass ihre Tochter mit einem geistig retardierten Kind gemeinsam betreut wird. Diese Problematik wird thematisiert, und als Frau K. merkt, dass Janina und Jan sich sehr gut verstehen und beide voneinander lernen wird sie verständnisvoller.

Klinik Saarwald
Buchwaldstraße
66625 Nohfelden

Telefon 0 68 52/90 17 -0
Telefax 0 68 52/90 17 50
eMail: Klinik.Saarwald@kur.org

Träger: Kur + Reha Klinik GmbH
Eine Tochtergesellschaft der Kur + Reha GmbH des D PWV BW

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Familienreha – ein bewährter Therapieansatz
In der Rehaklinik Kandertal behandeln wir nach einem systemischen Ansatz ganze Familien bzw. Teilfamilien mit psychischen bzw. psychosomatischen Störungsbildern, Asthma, Hauterkrankungen und chronischen internistischen Erkrankungen. In einer eigenen Abteilung werden junge Erwachsene (16-35 Jahre) nach einem ganzheitlichen Therapiekonzept behandelt. Mehr Infos zur Klinik finden Sie hier...

Neurodermitisbehandlung in Zorge
In der Mutter-Kind-Klinik Zorge können Mütter und Kinder mit Neurodermitis lernen, mit der (unheilbaren) Erkrankung umzugehen und eine größtmögliche Beschwerdefreiheit zu erreichen - durch psychologische Gespräche, Schulungen und den Einsatz einer Kaltlichtlampe. Mehr Infos zur Klinik finden Sie hier...


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