
Als Somatoforme Störungen werden körperliche Beschwerden bezeichnet, die sich nicht auf eine organische Erkrankung zurückführen lassen. Dabei stehen neben Allgemeinsymptomen wie Müdigkeit und Erschöpfung Schmerzsymptome an vorderer Stelle, gefolgt von Herz-Kreislauf-Beschwerden und Magen-Darm-Beschwerden.
Somatoforme Störungen treten bei ca. 80% der Bevölkerung zumindest zeitweise auf, gehen in der Regel "von selbst" vorüber und werden kaum beachtet. Bei einigen Personen können sich diese Beschwerden aber chronifizieren und eine zentrale Rolle im Leben einnehmen. Mindestens 20% der Patienten, die einen Hausarzt aufsuchen, leiden an einer somatoformen Störung. Als Ursache wird meist ein Wechselspiel von biologischen, seelischen und sozialen Faktoren angesehen. Insbesondere psychosoziale Faktoren (z.B. Stress) sind für die Entstehung und den Verlauf somatoformer Störungen von Bedeutung. Daneben findet man bei Patienten mit somatoformen Störungen nicht selten andere psychische Störungen, insbesondere depressive Störungen, Angststörungen und Persönlichkeitsstörungen.
Betroffenen wird zu einer gesunden Lebensführung geraten: Reduktion oder Verzicht auf "Genussmittel" mit negativen Auswirkungen auf das vegetative Nervensystem (Nikotin, Alkohol, Koffein), regelmäßiger und ausreichender Schlaf, gesunde Ernährung, körperliches Ausdauertraining. Entspannungsverfahren wie Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung nach Jacobson können weiterhin sehr hilfreich sein.
Physiotherapeutische und körpertherapeutische Maßnahmen wie Krankengymnastik, Tanztherapie u.a. können die Beschwerden oft deutlich lindern. Als besonders erfolgreich hat sich die Behandlung im Rahmen einer Reha (z.B. Mutter-Kind-Kur) erwiesen. Die Ziele der stationären Reha sind:
- Patienten die Sicherheit zu geben, dass ihre Symptome und sie selbst ernst genommen werden und ihre medizinische Versorgung gewährleistet ist.
- Die Patienten vom Alltag (Beruf, Haushalt, Kinderbetreuung, Partnerkonflikte u.a.) weitgehend zu entlasten.
- Die ganzheitliche Wahrnehmung (z.B. Körper, Selbst, Gefühle) der Patienten zu unterstützen, zu entwickeln und zu differenzieren.
- Die sozialen und persönlichen Kompetenzen der Patienten zu stärken.
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