
“To binge" heißt übersetzt "ein Fressgelage abhalten". Für die Bezeichnung "Binge Eating Störung" gibt es zur Zeit noch keine offizielle deutsche Übersetzung. Betroffene mit BED leiden unter wiederholten Essanfällen bei denen sie das Gefühl haben, diese nicht kontrollieren zu können. Regelmäßiges kompensatorisches Verhalten (Abführmittel, Erbrechen, Fasten, exzessiver Sport) kommt bei den Betroffenen jedoch nicht zum Einsatz. Damit lässt sich BED von der Bulimie unterscheiden. Binge Eating ist häufig, aber nicht immer mit Adipositas verbunden. Charakteristisch ist ein sehr schnelles Essen, essen bis zu einem unangenehmen und sogar schmerzhaften Völlegefühl, essen von großen Nahrungsmengen, auch wenn kein Hunger besteht. Oft quälen Schuldgefühle und Deprimiertheit die Betroffenen nach einem solchen Anfall. Ein solcher Anfall tritt mindestens an 2 Tagen in der Woche über eine Periode von mindestens 6 Monaten auftreten. Frauen und Männer sind im Vergleich zu Anorexie und Bulimie eher gleichermaßen betroffen. Es gibt Personengruppen, die häufiger an Ess-Sucht zu leiden scheinen als andere. Dazu gehören korpulente Menschen und solche, die bereits aufgrund ihres Übergewichtes in Behandlung sind. Da die Nahrung im Körper bleibt, leiden die Betroffen nicht nur unter den wiederkehrenden Essanfällen, sondern auch unter deren Folge: dem Übergewicht. Betroffene verlieren jegliches Gefühl für Hunger. Ess-Sucht kann zu starkem Übergewicht mit allen seinen Nebenwirkungen führen. Dies äußert sich z.B. in schnellerem Ermüden bei körperlichen Arbeiten, stärkerem Schwitzen oder Atemproblemen. Übergewicht begünstigt viele schwere Folgeerkrankungen. Dazu gehören verschiedene Herzkrankheiten, Gelenkabnutzungen, Stoffwechselstörungen, Schlafstörungen, ein erhöhtes Krebsrisiko (u.a. für Dickdarm-Krebs, Brust-Krebs und Gebärmutterhals-Krebs) sowie psychische Belastungen. Die Behandlung von BED ist langwierig und besteht aus einer Kombination verschiedener therapeutischer Maßnahmen. Die Betroffenen müssen lernen, mit negativen Gefühlen anders umzugehen und ihr Essverhalten dauerhaft umzustellen. Wie bei allen Formen der Essstörungen eignet sich auch bei der BED eine stationäre Behandlung um ein normales Verhältnis zum essen (wieder) zu erlernen. |